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Humanoide Roboter: Die Kluft zwischen den USA und China – wer kontrolliert die Lieferkette? Eine aktuelle Analyse auf dem TrendForce-Substack

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Humanoide Roboter: Die Kluft zwischen den USA und China – wer kontrolliert die Lieferkette? Eine aktuelle Analyse auf dem TrendForce-Substack TAIPEH, Taiwan, July 20, 2026 (GLOBE NEWSWIRE) -- Die globale Branche für humanoide Roboter geht von der technologischen Validierung zur kommerziellen Erprobung über. Dabei verlagert sich der Wettbewerbsfokus auf die Frage, wer ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen und die Kontrolle über die Schlüsselkomponenten sichern kann.

Die Divergenz zwischen den USA und China: Intelligenz gegenüber Skalierung

Das KI-Ökosystem ist nach wie vor der größte Vorteil der USA im Bereich der humanoiden Robotik. Angesichts der rasanten Weiterentwicklung von generativer KI, Vision-Language-Action-Modellen (VLA) und Weltmodellen verlagert sich der Wert von humanoiden Robotern von Hardware-Spezifikationen hin zu Intelligenz. Wichtige Akteure wie NVIDIA treiben Physical AI-Plattformen wie Cosmos, Isaac Lab und GR00T weiter voran. Indessen hat Google DeepMind Gemini Robotics ins Leben gerufen, um das Verständnis von Robotern zu verbessern, während OpenAI durch Investitionen und Forschung an der Entwicklung von Modellen für verkörperte KI mitwirkt. Gemeinsam bilden US-Unternehmen ein umfassendes Technologie-Ökosystem, das große Sprachmodelle, Robotik-Plattformen, Simulationsumgebungen und KI-Chips umfasst. Dies spiegelt die Ansicht wider, dass die Wettbewerbsfähigkeit von humanoiden Robotern in zunehmend komplexen Umgebungen von deren Umgebungsverständnis, mehrstufiger Aufgabenplanung, szenarienübergreifender Generalisierung und kontinuierlichem Lernen abhängen wird.

Zudem richten US-amerikanische Unternehmen ihre Strategien nicht mehr auf Hardware-Kompetenz, sondern auf die Entwicklung von KI-Kompetenz aus. Während Teslas Optimus Gen 3 derzeit noch Praxistests in den Fabrikhallen durchläuft, liegt der Fokus der künftigen Produktion auf der Verbesserung der Generalisierungsfähigkeit des Roboters, damit sich dieselbe KI schnell an unterschiedliche Arbeitsumgebungen anpassen kann. Figure AI baut seine Partnerschaften mit Großunternehmen aus, um seine Modelle anhand großer Mengen konkreter Fabrikdaten zu trainieren. Boston Dynamics stärkt durch die Verknüpfung von jahrzehntelanger Erfahrung in der Bewegungssteuerung mit moderner KI den autonomen Betrieb in komplexen Umgebungen. Durch den großflächigen Einsatz in der Praxis gewinnt Apptronik qualitativ hochwertige Daten, die in die Trainings-Pipeline von Gemini Robotics eingespeist werden. Kurz gesagt setzen US-Firmen auf den Aufbau eines Daten-„Flywheels“ mit dem Ziel, ihre Modelle durch große Mengen an Daten aus der realen Welt kontinuierlich zu verbessern und ihre Produkte durch KI-Fähigkeiten zu differenzieren.

Im Gegensatz dazu erinnert Chinas Entwicklung humanoider Roboter eher an das frühe Entwicklungsmodell von Elektrofahrzeugen: der Aufbau einer vollständigen Lieferkette und eine schnelle Kostensenkung, um anschließend durch hohe Stückzahlen Skaleneffekte zu erzielen. Mit diesem Ansatz lassen sich Kernkomponenten wie Servomotoren, Getriebe und Lithium-Batterien schnell vor Ort produzieren, wodurch die Kosten gesenkt und die Entwicklungszyklen erheblich verkürzt werden.

Die beiden repräsentativsten Unternehmen sind Unitree und Agibot: Unitree hat sich sowohl bei vierbeinigen als auch bei humanoiden Robotern einen Namen für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und schnelle Produktiterationen gemacht, während Agibot seine Produktion innerhalb etwa eines Jahres von 1.000 auf 5.000 Einheiten und anschließend in nur drei Monaten von 5.000 auf 10.000 Einheiten hochskaliert hat. Dies verdeutlicht, dass Chinas Wettbewerbsvorteil mittlerweile über die Produktionskosten hinausgeht. Dank der ausgereiften Lieferkette können neue Produkte zügig die Komponentenvalidierung, Pilotproduktionen und die Serienfertigung durchlaufen, was dem Land ein schnelleres Iterationstempo im Vergleich zur westlichen Konkurrenz verschafft.

Vor allem sammelt China – da Fabriken, Logistikbetriebe und öffentliche Einrichtungen zunehmend humanoide Roboter einsetzen – durch diesen großflächigen Einsatz der Roboter rasch Daten aus der Praxis und baut so seinen Vorteil in der Lieferkette zu einem Datenvorteil aus. Dies könnte der chinesischen Industrie für humanoide Roboter dabei helfen, einen positiven Kreislauf aus „Einsatz, Datenerfassung, Modellaktualisierung und erneutem Einsatz“ zu schaffen. Im Zuge der kontinuierlichen Modellverbesserung könnte sich die KI-Kluft zwischen China und den USA aufgrund der enormen Datenmengen Chinas schon bald schließen.

Stärke der Lieferkette: Kostenstruktur der Komponenten und der CSCII

Während die Branche für humanoide Roboter rasch Gestalt annimmt, ist die Frage, wer die Lieferung von Schlüsselkomponenten kontrolliert, zu einem zentralen Aspekt bei der Bewertung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Regionen geworden. TrendForce hat den Component Supply Chain Influence Index (CSCII) entwickelt, um systematisch zu analysieren, inwieweit die Zulieferer der einzelnen Regionen die Kontrolle über verschiedene Schlüsselkomponenten haben.

Der CSCII ist keine einzelne, direkt überprüfbare Kennzahl, sondern ein kombinierter Indikator aus qualitativen und quantitativen Daten. Die Bewertungen werden anhand von Expertenmeinungen über fünf Dimensionen hinweg gewichtet:

Wenn Sie weitere Informationen zu den zugrundeliegenden CSCII-Werten und der Aufschlüsselung nach Teilkomponenten dieses Diagramms wünschen, wenden Sie sich bitte an SR_MI@trendforce.com.

Aufschlüsselung nach Regionen:

Die Sicht von TrendForce

Während die Branche für humanoide Roboter den Schritt zur Kommerzialisierung vollzieht, verlagern die Unternehmen ihren Fokus von der Neuartigkeit der Produktiteration zur Zukunftsfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle. Die USA und China verfolgen zwei deutlich unterschiedliche Wettbewerbsstrategien: Die USA konzentrieren sich auf KI, große Modelle und hochwertige Anwendungen, um ihre Produkte intelligenter zu machen. China hingegen nutzt sein gesamtes Fertigungsökosystem und seine Lieferkettenvorteile, um die Produktiteration zu beschleunigen und den Einsatz in großem Maßstab voranzutreiben.

Der rasante Aufstieg Chinas setzt US-amerikanische Hersteller derzeit unter erheblichen Druck. Langfristig wird die globale Wettbewerbslandschaft der Branche für humanoide Roboter jedoch davon abhängen, ob es den Unternehmen gelingt, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die großflächigen Einsatz, den Aufbau von Datenbeständen und nachhaltige Profitabilität in ihren Zielmärkten miteinander verbinden. Angesichts der unterschiedlichen kommerziellen Anwendungsfälle und Nutzeranforderungen ist TrendForce der Ansicht, dass der künftige Markt kaum von einem einzigen Gewinner dominiert werden dürfte – vielmehr werden voraussichtlich mehrere Akteure parallel bestehen.

Über den TrendForce-Substack

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Mit einem Team aus führenden Branchenexperten steht TrendForce seit über 25 Jahren an der Spitze der globalen Marktforschung. Mehr als 60 % der Kunden gehören zu den weltweit 500 größten Unternehmen.

TrendForce ist global vertreten und unterhält Niederlassungen in Taipeh, Shenzhen, im Silicon Valley, in New York sowie Tokio. TrendForce unterstützt Unternehmen durch zeitnahe und strategische Branchenanalysen, damit sie intelligentere und schnellere Entscheidungen treffen können.

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